20.01.2009
DVB prognostiziert finanzierungsbedingten Ausfall von mindestens 10 Prozent der für 2009 geplanten Flugzeug-Neuauslieferungen
Im Rahmen von Diskussionen mit führenden Branchenvertretern vertrat Bertrand Grabowski, im Vorstand der DVB Bank SE zuständig für das Aviation-Geschäft, die Auffassung, dass Finanzierungsmittel für Flugzeug-Neuauslieferungen im laufenden Jahr aufgrund der aktuellen Konjunkturabschwächung sowie der Kreditklemme deutlich eingeschränkt verfügbar sein werden: "Mindestens zehn Prozent der im laufenden Jahr geplanten Neuauslieferungen im Gesamtvolumen von rund 73 Mrd. US-Dollar könnten verschoben oder storniert werden, bevor ein Gleichgewicht zwischen Finanzierungsbedarf und -angebot erreicht ist. Hersteller werden versuchen, die Stilllegung fabrikneuer Maschinen mit allen Mitteln zu vermeiden - somit dürften Stornierungen und langfristige Verschiebungen zu einer Absenkung der Produktion führen, insbesondere wenn sich gegen Jahresende keine kurzfristige Erholung abzeichnet. Dabei sind die meisten veröffentlichten Analysen der Finanzierungslücke fehlerhaft, da sie den Einfluss von Refinanzierungen sowie der Fremdfinanzierung von Sale-and-Leaseback-Geschäften auf die Mittelverfügbarkeit außer Acht lassen."
In den letzten drei Monaten hat die DVB knapp eine halbe Milliarde US-Dollar für Fluggesellschaften refinanziert, die sich damit frühzeitig und vorausschauend auf ein Fortbestehen der Kreditverknappung im laufenden Jahr eingestellt haben.
"Der Markt hat seine Lektion gelernt", so Grabowski: "Auch für Fluggesellschaften gilt: ‚Cash is King’. Wir sehen sowohl führende Fluglinien als auch Gesellschaften mit weniger gutem Standing, die bereit sind, Sale-and-Leaseback-Strukturen oder auch einfache Hypothekenfinanzierungen zu erhöhten Konditionen abzuschließen, die für Kapitalgeber sehr attraktiv sind. Im Ergebnis dürfte ein erheblicher Anteil des global verfügbaren Volumens an Bankkrediten aus der Finanzierung von Neuauslieferungen abgezogen werden. Die Annahme, dass diese Mittel letztendlich an die Flugzeughersteller in Form der Zahlung für Auslieferungen zurückfließen werden, ist falsch. Der Großteil der aus Sale-and-Leaseback-Transaktionen und Refinanzierungen gewonnenen Liquidität wird für andere Zwecke eingesetzt werden, beispielsweise zur Finanzierung von Nachschussforderungen auf Treibstoff-Absicherungsgeschäfte, für höhere Deckungsreserven bei Kreditkartengesellschaften oder einfach - angesichts schwächerer operativer Cashflows - zum laufenden Schuldendienst."
Im Hinblick auf den Finanzierungsbedarf für 2009 geht Grabowski davon aus, dass die weltweit führenden Airlines, chinesische Fluggesellschaften sowie die drei führenden Gesellschaften aus dem Nahen Osten keine Probleme haben werden, sich ausreichend Mittel zu beschaffen. Deren Bedarf beläuft sich aber höchstens auf 30 Mrd. US-Dollar. Somit verbleibt ein Finanzierungsvolumen von weiteren 43 Mrd. US-Dollar, von dem Exportkreditagenturen knapp über 15 Milliarden werden abdecken können. Leasinggeber und Fluggesellschaften müssten also in erheblichem Umfang auf Bankkredite zurückgreifen.
"Dass Banken neue Flugzeuge für das Marktsegment unterhalb der führenden Fluggesellschaften, dem der Kapitalmarktzugang derzeit verwehrt ist, mit bis zu 28 Mrd. US-Dollar finanzieren, halte ich für illusorisch", so Grabowski. "Die seitens der Hersteller bereitgestellten Mittel werden - aufgrund der Kreditklemme sowie aus Gründen der Rechnungslegung - eher symbolischer Natur bleiben. Auch von den wenigen Regionalbanken, die dem Vernehmen nach einen Einstieg ins Luftfahrtfinanzierungsgeschäft erwägen, erwarten wir keinen wesentlichen Einfluss auf das globale Geschäft, ausgenommen einige chinesische Institutionen, die sich aber zumindest im laufenden Jahr auf ihren Heimatmarkt konzentrieren werden."
Die DVB Bank hat den unvermeidlichen - und bereits vor zwei Jahren vom Aviation Research der Bank prognostizierten - Abschwung antizipiert und sich entsprechend positioniert: In den vergangenen drei Jahren hat die DVB eine Plattform aufgebaut, mit der sie Fluggesellschaften, Leasinggebern und Investoren in der aktuellen Situation aktiv mit Kapital und Dienstleistungen begleiten kann. Als führende "Merchant Bank" in der Luftfahrtfinanzierung konnte die DVB im vergangenen Jahr mit Neuengagements von über 3 Mrd. US-Dollar (ohne Exportfinanzierungen, die kein Kerngeschäft der Bank darstellen) einen neuen geschäftlichen Rekord verzeichnen und geht auch 2009 von weiterhin lebhaftem Geschäft aus.
Redaktionshinweis:
Die in Frankfurt am Main ansässige DVB Bank SE ist eine führende, auf das internationale Transport-Finance-Geschäft fokussierte Spezialbank. Sie bietet ihren Kunden integrierte Finanz- und Beratungsdienstleistungen in den Segmenten Shipping, Aviation und Land Transport an. Die DVB ist an den Standorten Frankfurt am Main, Hamburg, London, Cardiff, Rotterdam, Bergen/Oslo, Piräus, Zürich, Singapur, Tokio, New York und Curaçao vertreten. Die Aktien der DVB Bank SE sind an der Frankfurter Börse notiert (ISIN: DE0008045501).
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Borislav Bjelicic, Telefon +49 69 9750-4390, Telefax +49 69 9750-4333, DVB Bank SE, Corporate Communications, Platz der Republik 6, 60325 Frankfurt am Main, borislav.bjelicic@dvbbank.com, www.dvbbank.com
In den letzten drei Monaten hat die DVB knapp eine halbe Milliarde US-Dollar für Fluggesellschaften refinanziert, die sich damit frühzeitig und vorausschauend auf ein Fortbestehen der Kreditverknappung im laufenden Jahr eingestellt haben.
"Der Markt hat seine Lektion gelernt", so Grabowski: "Auch für Fluggesellschaften gilt: ‚Cash is King’. Wir sehen sowohl führende Fluglinien als auch Gesellschaften mit weniger gutem Standing, die bereit sind, Sale-and-Leaseback-Strukturen oder auch einfache Hypothekenfinanzierungen zu erhöhten Konditionen abzuschließen, die für Kapitalgeber sehr attraktiv sind. Im Ergebnis dürfte ein erheblicher Anteil des global verfügbaren Volumens an Bankkrediten aus der Finanzierung von Neuauslieferungen abgezogen werden. Die Annahme, dass diese Mittel letztendlich an die Flugzeughersteller in Form der Zahlung für Auslieferungen zurückfließen werden, ist falsch. Der Großteil der aus Sale-and-Leaseback-Transaktionen und Refinanzierungen gewonnenen Liquidität wird für andere Zwecke eingesetzt werden, beispielsweise zur Finanzierung von Nachschussforderungen auf Treibstoff-Absicherungsgeschäfte, für höhere Deckungsreserven bei Kreditkartengesellschaften oder einfach - angesichts schwächerer operativer Cashflows - zum laufenden Schuldendienst."
Im Hinblick auf den Finanzierungsbedarf für 2009 geht Grabowski davon aus, dass die weltweit führenden Airlines, chinesische Fluggesellschaften sowie die drei führenden Gesellschaften aus dem Nahen Osten keine Probleme haben werden, sich ausreichend Mittel zu beschaffen. Deren Bedarf beläuft sich aber höchstens auf 30 Mrd. US-Dollar. Somit verbleibt ein Finanzierungsvolumen von weiteren 43 Mrd. US-Dollar, von dem Exportkreditagenturen knapp über 15 Milliarden werden abdecken können. Leasinggeber und Fluggesellschaften müssten also in erheblichem Umfang auf Bankkredite zurückgreifen.
"Dass Banken neue Flugzeuge für das Marktsegment unterhalb der führenden Fluggesellschaften, dem der Kapitalmarktzugang derzeit verwehrt ist, mit bis zu 28 Mrd. US-Dollar finanzieren, halte ich für illusorisch", so Grabowski. "Die seitens der Hersteller bereitgestellten Mittel werden - aufgrund der Kreditklemme sowie aus Gründen der Rechnungslegung - eher symbolischer Natur bleiben. Auch von den wenigen Regionalbanken, die dem Vernehmen nach einen Einstieg ins Luftfahrtfinanzierungsgeschäft erwägen, erwarten wir keinen wesentlichen Einfluss auf das globale Geschäft, ausgenommen einige chinesische Institutionen, die sich aber zumindest im laufenden Jahr auf ihren Heimatmarkt konzentrieren werden."
Die DVB Bank hat den unvermeidlichen - und bereits vor zwei Jahren vom Aviation Research der Bank prognostizierten - Abschwung antizipiert und sich entsprechend positioniert: In den vergangenen drei Jahren hat die DVB eine Plattform aufgebaut, mit der sie Fluggesellschaften, Leasinggebern und Investoren in der aktuellen Situation aktiv mit Kapital und Dienstleistungen begleiten kann. Als führende "Merchant Bank" in der Luftfahrtfinanzierung konnte die DVB im vergangenen Jahr mit Neuengagements von über 3 Mrd. US-Dollar (ohne Exportfinanzierungen, die kein Kerngeschäft der Bank darstellen) einen neuen geschäftlichen Rekord verzeichnen und geht auch 2009 von weiterhin lebhaftem Geschäft aus.
Redaktionshinweis:
Die in Frankfurt am Main ansässige DVB Bank SE ist eine führende, auf das internationale Transport-Finance-Geschäft fokussierte Spezialbank. Sie bietet ihren Kunden integrierte Finanz- und Beratungsdienstleistungen in den Segmenten Shipping, Aviation und Land Transport an. Die DVB ist an den Standorten Frankfurt am Main, Hamburg, London, Cardiff, Rotterdam, Bergen/Oslo, Piräus, Zürich, Singapur, Tokio, New York und Curaçao vertreten. Die Aktien der DVB Bank SE sind an der Frankfurter Börse notiert (ISIN: DE0008045501).
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Prof. Dr. Borislav Bjelicic, Telefon +49 69 9750-4390, Telefax +49 69 9750-4333, DVB Bank SE, Corporate Communications, Platz der Republik 6, 60325 Frankfurt am Main, borislav.bjelicic@dvbbank.com, www.dvbbank.com
